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Michael Weber

Belege für die Evolution ( Abstammung )

Thema: Rudimentäre Organe, Atavismus und Biogenetische Grundregel

In unserer heutigen Biostunde beschäftigen wir uns mit Rudimentären Organen und folglich auch mit Atavismen. Bekannt ist, dass die Organismen im Laufe der Evolution vielfach ihre Lebensweise geändert haben. Diese Änderungen führten zu Funktionswechsel verschiedener Organe. Zwangsläufig verloren sie ihre ursprüngliche Funktion, wobei die Rückbildung der betroffenen Organe erfolgte. Solche Organe nennt man Rudimente und sind vielfach noch oft als nur winzige Reste erhalten, deren Existenz folglich nur historisch zu verstehen ist. Rudimentäre Organe sind bei den Pferden die Griffelbeine, bei den Walen die winzigen Reste des Beckengürtels und beim flugunfähigen neuseeländischen Kiwi die stummeiförmigen Flügelreste. Auch der Mensch besitzt Rudimente, wie z.B. das Steißbein, funktionslose Muskeln der Ohrmuscheln sowie die Behaarung des Körpers.


Abb.: Oberkiefer und Auge des Menschen

Abb.: Teil der Wirbelsäule des Grönlandwals mit den im Körperinneren liegenden Resten von Beckengürtel, Ober. und Unterschenkel


Abb.: Brustbehaarung beim Mann



Abb. Steißbein des Menschen
(Front- und Seitenansicht)

 

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Ein weiteres Thema der Biostunde ist Atavismus (Rückschlag). Man spricht von Atavismus, wenn bei Organismen unvermittelt wieder Merkmale auftreten, die im Laufe ihrer Stammesgeschichte bereits verschwunden waren. Solche Ausbildungen können durch Mutationen, durch Störungen in der Embryonalentwicklung und unter Umständen durch Kreuzung nahe verwandter Arten bedingt sein. Diese Rückschläge treten in der Pflanzen- und Tierwelt, sowie beidem Menschen auf. Beispiele dafür sind, dass bei Neugeborenen manchmal kleine Stummelschwänzchen auftreten oder manche Menschen ihr Ohr mit einem besonderen Muskel selbstständig bewegen können. Das Auftreten dieser Ausbildungen spricht dafür, dass entsprechende Gene in der Erbausstattung des Organismus nochenthalten, aber entweder blockiert sind oder zu einem falschen Zeitpunkt in der Ontogenese aktiv werden. Alle diese Phänomene sind Beweise, dass eine Evolution der Organismen stattgefunden hat.

Abb. links: Abgebildet ist der rechte Vorderfuß eines Hauspferdes, der anstelle eines Griffelbeines (Rudiment eines seitlichen Zehenstrahles) als Atavismus auf der einen Seite eine wohlentwickelte Zehe mit einem kleinen Huf trägt.

 

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Weitere Hinweise der Abstammung lassen sich anhand der Keimesentwicklung feststellen.
Biogenetische Grundregel: In der Keimesentwicklung (Ontogenie) werden bestimmte Organisationszüge von Ahnenstadien aus der Stammesentwicklung (Phylogenie) kurz rekapituliert (wiederholt).

Frühe Entwicklungsstadien von Wirbeltieren sind daher einander in ihrer Gestalt sehr ähnlich. Sie legen sogar Kiemenbögen an. Solche für die heute lebenden Arten unnützen embryonalen Strukturen stellen einen „Umweg" in der Keimentwicklung dar. Der deutsche Naturforscher und Embryologe Ernst Haeckel befasste sich leidenschaftlich mit der Abstammung des Menschen vom Tier und stellte die biogenetische Grundregel auf (1866-1869). Diese Regel besagt: Die Ontogenie ist die kurze und schnelle Rekapitulation der Phylogenie. - oder - „Keimesgeschichte ist ein Auszug der Stammesgeschichte "

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Drei Entwicklungsstadien aus der Embryonalentwicklung.
Die obere Reihe zeigt die auffallende Übereinstimmung in der Gestalt und in der Anlage der Kiemenbögen

Quelle: Herder, Evolution, Günther Osche

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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