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Michael Weber

Konfliktverhalten bei aggressiven Handlungen

Übersprungshandlung: ein nicht zur Situation passendes Verhalten tritt auf.

Übersprungshypothese

Zur gleichen Zeit treten Reize für zwei verschiedene Antriebe (A und B) auf. Beide Antriebe können nicht zur gleichen Zeit ihre Spezifische Handlung auslösen. Daher kommt es zu einer Blockade und eine andere Handlung, die sonst von anderen Antrieb (C) hervorgerufen wird, wird ausgeführt. Die Erregungen der Antriebe A und B springen sozusagen auf die Bahn des Antriebs C über und lösen die für ihn spezifische Handlung aus, die selten passend zur Situation ist.

 

Enthemmungs-Hypothese

Nach der Enthemmungs-Hypothese hemmt jeder Antrieb einen anderen, so dass nur ein Antrieb seine spezifische Handlung ausführen kann. Sind nun zwei Antriebe (A, B) gleich stark, so hemmen (blockieren) sie sich gegenseitig. Eine solche gegenseitige Hemmung hat zur Folge, dass ein dritter Antrieb (C) nicht mehr durch die anderen beide Antriebe gehemmt wird und kann somit ausgeführt werden. Die diesem Antrieb zugeordnete Handlung wird ausgeführt und als Übersprungverhalten bezeichnet.

Typische Übersprungshandlungen sind Verhaltensweisen aus dem Funktionskreis Komfortverhalten; d. h. also Putzhandlungen; beim  Menschen z. B. ein Kratzen am Kopf.

Weitere mögliche Handlungen im Konflikt: Ambivalentes Verhalten (Pendelflucht) und umorientierte Bewegung. Bei letzterer wird die aggressive Handlung an einem anderen Objekt ausgeführt; Radfahrerreaktion "Noch oben buckeln, nach unten treten".

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M. Jacke 2005, M. W.