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Klimaregeln II

Vergleich der Verbreitung dreier Lemmingarten in unterschiedlichen Klimazonen

 

Beobachtung: 

1. Der Halsbandlemming lebt in der Arktis und somit in dem kältesten Gebiet der drei Lebensräume. Seine Körperlänge inklusive Kopf beträgt etwa 15,6 cm. Der Schwanz ist nur 0,8 cm lang.

2. Der Berglemming lebt in einer alpinen Waldregion in Skandinavien. Der Rumpf einschließlich des Kopfes hat eine Länge von 15 cm, der Schwanz ist 1,9 cm lang.

3. Der Waldlemming lebt in der südlichen Waldregion Skandinaviens. Er ist der kleinste Lemming seiner Gattung, denn er weist nur eine Größe von 9,5 cm auf und sein Schwanz ist 1,9 cm lang.

Der Waldlemming, welcher in dem wärmsten Gebiet, weist die kleinste Körpergröße auf. Je kälter die Klimazone wird, desto größer wird die dort lebende Lemmingart.

Frage: Warum leben in den kälteren Gebieten größere Lemminge, als in den wärmeren, und warum weisen sie gleichzeitig so unterschiedliche Extremitäten auf (die Schwanzgröße)?

Antwort: Im Vorfeld haben wir schon die Bergmannsche Regel, sowie die Allensche Regel kennen gelernt. In diesem Fall treten beide Regeln gleichzeitig auf. Die Bergmannsche Regel besagt:

Gleichwarme Tiere einer Art und Arten eines Verwandtschaftskreises haben im kälteren Klima eine durchschnittlich höhere Körpergröße, als in warmen Gebieten. 

Der Waldlemming, der Halsbandlemming und der Berglemming gehören alle zum selben Verwandtschaftskreis. Wie die Regel besagt, lebt der kleinste in der wärmsten Klimazone und der größte in der kältesten, da der Energieverlust bei gleichwarmen Tieren vom Fell, von der Fettschicht und von dem Körpervolumen sowie von der Körperoberfläche abhängt.

Da bei den Halsbandlemmingen durch die große Körperoberfläche in Zusammenarbeit mit dem großen Volumen die Wärme besser gespeichert werden kann, und somit der Wärmeaustritt geringer ist, als bei dem kleinen Waldlemming, kann dieser besser - trotz - dieser Kälte gut in der Arktis leben.

Die Allensche Regel besagt:

Bei gleichwarmen Tieren einer Art oder eines Verwandtschaftskreises ist die relative Länge der Extremitäten in kälteren Gebieten geringer, als in wärmeren Gebieten.

Wie die Regel besagt, hat der große Halsbandlemming, welcher in einem kalten Gebiet lebt, einen kürzeren Schwanz als  Waldlemming und Berglemming. Verwunderlich ist jedoch, dass die Schwänze von Waldlemming und Berglemming keine Unterschiede aufweisen; beide sind gleich lang. Dies kann man darauf zurückführen, dass die Schwanzgröße, welche man ja im Verhältnis zum Rumpf betrachtet, beim Berglemming wesentlich kleiner ist. Sie haben absolut zwar die gleiche Schwanzlänge, da der Waldlemming aber etwa 5,5 cm kleiner ist, hat er verhältnismäßig einen größeren Schwanz.


Katharina N., März 2001