nach oben Ethologisches Glossar Verhaltensbegriff Grooming Instinkthandlung I Instinkthandlung II SR u. AAM Attrappenversuche Handlungskette Handlungsbereitschaft Dopp. Quantifizierung Konfliktverhalten Angeboren o. erlernt? Bau des Neurons Reflexe Klass. Konditionierung Operante Konditionierung

horizontal rule

Homepage
nach oben

Stichwortsuche:


Kontakt:

Michael Weber

Angeborenes Verhalten

1. FrageWie läuft das Beutefangverhalten der Libellenlarve ab?
Methode:  Verhalten protokollieren,
               Erstellung eines Kataloges von Verhaltensweisen  => Ethogramm erstellen

Ergebnisse: Verhaltensweisen:

Fangmaske ausklappen  (Fa)

Fangmaske einklappen  (Fe)

Annähern  (A) 

Kopf drehen  (K)        

Endhaken öffen  (Eö)

Endhaken schließen  (Es)

Beute verzehren (V)

                       
______________________________________________________
                                                    =
                                            Ethogramm

Beutefanghandlung:

Nachdem die Libellenlarve die Beute erblickt, schleicht sie sich heran. Sie dreht ihren ausgeklappt, ihre Endhacken schließen sich um die Beute, z. B. einen Wurm und anschließend wird die Fangmaske wieder eingeklappt. Dann wird die Beute verzehrt.

Protokoll:

A       –       K       –       Eö       –       Fa       –       Es       –       Fe       –       V
------------------------------------------------------------------------------------------------------>Zeit
____________            ____________________________________________
         =                                                                 =
var. Phase             +                                 formkonstante Phase
Orientierung-        +                                  Erbkoordination
bewegung
(Taxiskomponente)
______________________________________________________________
                                                   =
                                  Instinkthandlung
 

horizontal rule

  

Ronny u. Alexander

horizontal rule

2. Frage: Welches sind die Ursachen für dieses Beuteverhalten?

Eine Instinkthandlung (IH) läuft nur dann ab, wenn eine innere Bereitschaft vorliegt. Die Handlungsbereitschaft (Antrieb) kann durch eine innere und äußere Faktoren aktiviert werden. Eine Instinkthandlung wird in der Regel von einem Außenreiz ausgelöst.


Abb.: Einfaches Funktionsschaltbild

Allgemeine Erläuterung zum Funktionsschaltbild:

Der Reiz trifft auf die Rezeptoren des Tieres, d. h. die Sinnesorgane. Von dort wird dann die Reizinformation, oft über Nervenbahnen, weitergeleitet, zum Koinzidenzelement Das sogenannte Koinzidenzelement hat man sich folgendermaßen vorzustellen: Es ist eine Art Verrechnungspunkt, in dem das Signal des inneren Antriebs auf das Signal des Reizes trifft. Wenn diese beiden Signale gleichzeitig im Koinzidenzelement aufeinandertreffen, und stark genug sind, führt es zu einer Instinkthandlung. Eine Instinkthandlung setzt sich zusammen aus der Orientierungsbewegung und der Instinktbewegung (s. oben), diese IH wird von den Effektoren des Tieres ausgeführt, wobei fast alle Effektoren Muskeln sind, ferner sind Drüsen Effektoren. Der innere Antrieb sendet um so mehr Signale aus, desto stärker er erregt ist. Ebenso gilt, dass die Signale des Rezeptors häufiger werden, je stärker der Reizwert ist.

Das Schaubild bezogen auf die Libellenlarve:

Der Reiz (der Wurm) trifft auf die Rezeptoren der Libellenlarve. Meist herrscht gleichzeitig eine Fressbereitschaft als innerer Antrieb vor. Die beiden Informationen werden über die Nervenbahnen zum Koinzidenzelement geleitet, wo sie dann verrechnet werden. Ist das Ergebnis stark genug, entsteht eine Instinkthandlung, die durch die Effektoren (hier vor allem die Muskulatur der Fangmaske) ausgeführt wird.

horizontal rule

  

Katherina N. u. Helena M.R., verändert von M. W.