nach oben Evolutionsbiol. Glossar Lamarck Darwin Fluktuationstest Evolutionsfaktoren Koevolution Neodarwinismus Artbildung Adaptive Radiation Belege f. Evolution Evolution des Menschen

horizontal rule

Homepage
nach oben

Stichwortsuche:


Kontakt:

Michael Weber

Adaptive Radiation

Beobachtung: Auf den Galapagosinseln leben 13 verschieden Finkenarten (Galapagos- oder auch Darwinfinken genannt). Diese Finkenarten unterscheiden sich in ihrer Lebensweise; es gibt Körner- und Insektenfresser; einige Arten leben auf dem Boden, andere auf Kakteen, Mangroven oder auf Bäumen. Auf dem 1.100 km entfernten Festland (Ekuador), lebt  jedoch nur eine Finkenart. Diese ist ein körnerfressender Bodenfink.

Frage: Wie kam es zur Entstehung dieser Arten?

Erklärung: Einige Individuen der Festlandpopulation (Gründerindividuen) fingen an die Galapagosinseln zu besiedeln. Da Nahrung und Brutplätze im Überfluss vorhanden waren und so gut wie kein Konkurrenzkampf herrschte, geht man davon aus, dass die Vermehrungsrate sehr hoch war. Dies führte folglich zur Übervermehrung. Die Übervermehrung übte einen gewissen Druck auf die Finken aus. Es kam zur Konkurrenz untereinander und der Selektionsdruck auf eine gewisse Art von Spezialisierung wuchs.

Da die Galapagosinseln eine kleine Inselgruppe bilden, siedelten manche Finken auf andere Inseln hinüber oder wurden zufällig durch Stürme oder andere Ursachen dorthin verschlagen.

Auf diesen Insel herrschten jedoch andere Lebensbedingungen. Nun gab es neue, leere ökologische Nischen, die eine unterschiedliche Anpassung der Finken ermöglichten. Ein weiterer Aspekt ist, dass diese Finken von den Gründerfinken der ersten Insel geographisch getrennt (separiert) wurden und sich nun nicht mehr miteinander fortpflanzen  konnten. Die zuvor herrschende Panmixie wurde durch die geographische Separation aufgehoben.

Die Finken verbreiteten sich innerhalb kurzer Zeit (evolutionär betrachtet) über die Galapagosinseln. Nach dieser Auseinanderentwicklung wurden einige Individuen auf die Insel der Ausgangsart zurückvertrieben und lebten dort mit der Ausgangsart in Koexistenz zusammen, da sie inzwischen durch Isolationsmechanismen fortpflanzungsmäßig voneinander isoliert waren.

Diesen Vorgang, d. h. die Aufspaltung einer Art innerhalb einer relativ kurzen Zeitspanne in mehrere Arten, die jeweils an verschiedene ökologische Nischen angepasst sind, nennt man adaptive Radiation. Voraussetzungen für adaptive Radiation sind

bulletviele leere ökologische Nischen;
bulletgeographische Separation;
bulletwenig spezialisierte Ausgangsart.

Die adaptive Radiation der Darwinfinken zeigt sich deutlich in den verschiedenen Schnabelformen als Anpassung an verschiedene Nahrungen.

horizontal rule

 

Silke B. 2003, M. W.